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Über „ …100 Jahre sind eben eine sehr lange Periode, ganz besonders in unserer heutigen, schnellebigen Zeit. Innerhalb von 100 Jahren finden meist grundlegende Veränderungen der Lebensbedingungen statt, in kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Auch die Pfarrei St. Antonius, Kollbrunn musste sich während ihrem bisherigen 100jährigen Bestehen in sehr wechselvollem Umfeld immer wieder behaupten. Zunächst bildete die Gemeinde der Katholiken eine ganz kleine Minderheit in einer reformierten und z.T. sektenmässig geprägten Umgebung.
Es galt, durch einen starken Zusammenhalt zu überleben. Schon bald kam es zum 1. Weltkrieg mit grossen Nöten für die gesamte Bevölkerung. Anschliessend folgte eine Zeit der wirtschaftlichen Erholung, leider aber mit einem jähen Abbruch im Jahre 1929. Die grosse wirtschaftliche Krise brachte wiederum Sorgen, mit Arbeitslosigkeit, finanziellen Problemen und einer generellen grossen Unsicherheit. Kaum hatte sich das wirtschaftliche Umfeld etwas erholt, kam es erneut zum Krieg, dem 2. Weltkrieg. Wiederum war ein starker Zusammenhalt gefordert, um diese Zeit des Verzichtes und der Ungewissheit zu überstehen.
Erst nach dem 2. Weltkrieg bahnte sich eine dauerhafte wirtschaftliche Verbesserung an. Die Pfarrei St. Antonius, Kollbrunn bildete aber immer noch eine Minderheit in einem nicht immer freundlich gesinnten Umfeld. Doch mit zunehmenden Wohlstand verlagerten sich die Probleme. Die Bevölkerung geriet in ein Konsumverhalten. Der Bedarf nach Zusammenhalt in einer Gemeinschaft begann zu schwinden, nicht nur in der Pfarrei St. Antonius, Kollbrunn, sondern auch bei den anderen Konfessionen. Diese Tatsache half erfreulicherweise mit, die Beziehung zwischen Katholiken und Protestanten wesentlich zu verbessern. Gemeinsame Probleme machen bekanntlicherweise einig. Jetzt geht es darum, im Kampf gegen die religiöse und z.T. auch kulturelle Gleichgültigkeit am gleichen Strick zu ziehen. Eine neue Herausforderung!
So kann man … klar erkennen, dass immer Probleme da waren, die gemeistert werden mussten. Die Art der Probleme hat sich zwar in dieser langen Zeit drastisch gewandelt, die Schwierigkeit und die Herausforderung sind aber geblieben. Und dies gehört offenbar zur menschlichen Existenz und damit auch zum Leben in einer Pfarrei".
DR. HERBERT STALDER |
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